Home

Exponate

Transformate

Artist

Impressum

Datenschutzerklärung

netzseite

Gabriele Waller arbeitet mit einer Geschlossenheit zwischen formaler Wirkung, inhaltlicher Idee und theoretischer Reflexion.
Ihre Kunst entfaltet sich nicht aus Zufall oder Stilwillen, sondern aus einem präzisen Denken über Identität, Wiederholung und Lebendigkeit.
Die Arbeiten sind nicht nur Bildobjekte, sondern Denkräume, die Form, Farbe, Gestus und Konzept zu einem organischen Ganzen verschmelzen – sichtbar, fühlbar und gesellschaftlich reflektiert.

Jede ihrer drei Serien – die Schwarz-Weiß-Portraits, die farbigen Tiere und die expressiven Acrylportraits – stehen formal eigenständig, sind jedoch inhaltlich und konzeptuell miteinander verwoben.
Gemeinsam bilden sie ein dynamisches System aus Reduktion, Symbolisierung und Expressivität, das den Prozess des Sehens und Fühlens erfahrbar macht.

Gabriele Waller malt nicht, was sie sieht – sie malt, wie sie sieht.
In dieser Verschiebung liegt der moderne Kern ihrer Werke: Das Sichtbare wird zur Metapher des Wahrnehmens selbst.
Ihre introspektive Haltung ist kein Rückzug, sondern ein Erkenntnisakt. Zwischen Kontrolle und Intuition entsteht eine Form des Sehens, die zugleich persönlich und universell ist.

Das Sehen wird hier als aktiver Prozess gesehen. Repetition als künstlerisches Denken, nicht als Ornament. Der Alltag als Ort der Kunst – keine Flucht, sondern Rückbindung.
Ihre theoretische Stärke liegt in der Synthese aus Lebensnähe und Konzeptualität – eine Art „emotionale Phänomenologie“.
Ihre Kunst ist introspektiv, weil sie Bewusstsein sichtbar macht – nicht als Nabelschau, sondern als Erforschung dessen, wie Empfindung in Bild verwandelt wird.
Dabei bleibt sie in der Gegenwart verankert – modern, weil sie subjektive Erfahrung mit gesellschaftlicher Realität verschränkt.

Sie zeigt, dass Konzept und Emotion zusammen möglich ist - ein Denken, das aus Empathie wächst – und eine Malerei, die Bewusstsein formt.
Ihre Malerei kann als sinnlich-intellektuelle Praxis gekennzeichnet werden: vital, körperlich, emotional – aber zugleich tief durchdacht und soziologisch verwoben.

Modifizierter Repetitionismus

Gabriele Waller hat ihren Kunststil einer neuen Kategorie zugeordnet. Diese Kunstrichtung benennt sie als modifizierten Repetitionismus.

Dieser beinhaltet eine Visualisierung, eine Wiederholung eines Lebensaugenblicks oder eines bewusst auserwählten figurativen Objekts. Bekannte Motive werden modifiziert, variiert und erfahren eine neue Interpretation.
Der Schaffungsprozess ist ein konzeptionelles, oft serielles Arbeiten mit ähnlicher und zugleich vielfältiger Ausgestaltung. Lebensereignisse und Wirklichkeitswahrnehmungen werden gezielt, durchdacht und reflektierend kontextual betrachtet und können in einem zeitgeschichtlichen oder kulturellen Rahmen erschlossen werden.
Die Kunstwerke sprechen eine zeitgenössische, strukturelle Bildsprache, sie entsprechen einer klaren Haltung.

Die Farbwahl ist nicht dekorativ oder realistisch, sondern strukturell – sie definiert Form, Raum und emotionale Tiefe. Die bewussten Pinselstrukturen sind klar sichtbar und sind Teil der Aussage, viele Arbeiten wirken dadurch Prozesshaft. Viele Bilder thematisieren Zeit, Wahrnehmung und Identität.

Wallers Werke pendeln zwischen Innen und Außen, vom Menschlichen zum Symbolischen, von der Emotion zur Reflexion.

Der modifizierte Repetitionismus passt explizit in die zeitgenössische Kunst. Sie setzt sich mit der Identität und den kristallinen, sowie amorphen soziokulturellen Themen auf eine lebensbejahende Weise auseinander.

In der ganz aktuellen Auseinandersetzung mit der künstlichen Intelligenz weist die Künstlerin Gabriele Waller darauf hin – dass die KI nur ein Abbild darstellen kann, jedoch niemals eine Wiederholung eines Lebensaugenblicks.