Schwarz-Weiß-Portraits
Die Reduktion auf Schwarz, Weiß und Graustufen erzeugt eine radikale Konzentration auf Struktur, Form und Licht. Die monochrome Farbwahl ist bewusst akzentuiert und öffnet den Raum für
emotionale Tiefe und Zeitlosigkeit.
Philosophisch verweist diese Serie auf eine Phänomenologie des Wahrnehmens – Sehen als empathisches Erkennen.
Der Verzicht auf Farbe ist ein Bewusstseinsakt. Wird die Wahrnehmungsqualität erhöht, wenn Farbe verschwindet? Wieviel Identität bleibt?
Das Licht wird als gestalterisches Mittel eingesetzt, die Figur oder die Fläche werden betont leuchtend akzentuiert. Das Licht fällt weich, die Gesichter sind klar und offen – Ausdruck einer tiefen Verbundenheit mit dem Leben selbst.
Wo andere in Farbe Ausdruck suchen, findet Waller in der Reduktion auf Schwarz, Weiß und Graustufen eine Form der Konzentration. Die Gesichter – oft zart modelliert, ruhig, beinahe meditativ – tragen Spuren von Verantwortung und Zuneigung zugleich. In dieser Spannung liegt die Schönheit ihrer Portraits: Sie sind klar, ehrlich und zutiefst menschlich.
Die introspektiven, modernen Kunstwerke sind konzeptionell und mit jeweils eigenem theoretischem Unterbau ausgearbeitet. Die Bilder haben einen rhythmischen, fast musikalischen Bildaufbau. Sie kreieren den Zustand des tiefen, ruhigen und besinnlichen Nachdenkens oder Betrachtens. Spannung entsteht durch Dunkel und Licht.
Es werden nicht nur Personen oder eine Person dargestellt, sondern „das Bild einer Wahrnehmung“, reflektierend, neu subjektiv interpretiert und Erinnerungen werden sichtbar gemacht.
Die Portraits werden zu subjektiven visuellen Gedankenprozesse in ihrer Zeit.
Die konzeptionelle Grundlage beruht auf der Sichtbarmachung innerer Gefühle und seelischer Zustände, die in der Ausarbeitung ihre emotionale Wirkung erzielen.
Die künstlerischen Darstellungen verbinden ästhetische Sensibilität mit theoretischer Tiefe. Spannungen entstehen durch Tonwertkontraste und Richtungsenergien der Pinselzüge.
Meist sind es energetisch, vibrierende Bildfelder, die zugleich introspektiv wirken.
Der Mensch wird Essenz, nicht Erscheinung. Das Porträt ist bewusstseinsartig. Die Serie symbolisiert Bewusstsein, Stille, Reduktion und Nachdenken.
Die Arbeiten folgen dem Gedanken, dass Wahrnehmung kein neutrales Abbild ist, sondern ein Prozess – ein ständiges Aushandeln zwischen Innen und Außen.